Käthe Kollwitz

Die Künstlerin Käthe Kollwitz lebte von 1867 bis 1945. In ihren Bildern beschäftigte sie sich mit den Themen Mutterschaft, Krieg, Hunger, Kindstod.

 

Sie war studierte Malerin, hat sich aber fast ihr ganzes Leben lang der Zeichnung gewidmet. Vielleicht aus Zeitgründen: sie war zweifache Mutter und sehr engagiert in der Arztpraxis für Arme ihres Mannes.

 

Sind das eigentlich Zeichnungen oder Malereien mit Bleistift, Kohle, Druckerschwärze? Flächig sucht der Zeichenstift seinen Weg, Konturen werden nur dort gesetzt, wo eine Figur zu einer anderen Abgrenzung braucht. Bei den Mutter-Kind-Darstellungen verschmelzen die Gesichter Wange an Wange zu dunkelweichen Flächen.

 

Es ist das Leid der Armen, das sie anklagt. Ihre Bilder sind geleitet von einem großen Mitgefühl. Sie sind herzzerreißend, grausam, sensibel, unsentimental. Die Schuldigen fehlen. Sie zeigt nur die Arbeiter: erdige, stämmige Frauen, alterlos, noch nie jung gewesen. An ihren großen Händen ziehen sie ihre Kinder hinter sich her. Kleine, pausbäckige Engel, denen der Tod schon aus den Gesichtern lacht. Es gibt wenige Künstler, die den Tod so deutlich aussprechen wie sie ist tat. Aber in ihren Bildern ist der Tod nicht nur grausam, er gibt auch Trost.

 

Ihre Linien sind suchend, tänzelnd und doch stark, alle Ebenen durchdringend. Figuren, die schonungslos anblicken, nahe kommend wie beim Liebesspiel, in die Augen schauend, bis zur Unerträglichkeit.

 

Und doch sind ihre Bilder mit einer Leichtigkeit gezeichnet, wirken fast mühelos. Es gibt keine Radierspuren auf den Blättern. Fiel es ihr wirklich so leicht, was so leicht aussieht? Sicherlich nicht. Sie hat immer wieder von neuem begonnen, Blatt für Blatt, ein ganzes, langes, hart arbeitendes Künstlerleben lang.

 

Käthe Kollwitz Bilder ziehen in den Bann, packen zu, lassen nicht mehr los. Grausam sind sie. Ich mag gar nicht hinsehen, kann nicht mehr wegsehen, möchte nie wieder meine Zeit vertändeln mit Schlechteren. Ihre Bilder bleiben mir ins Herz gebrannt. Angesichts dieser Qualität eine zwangsläufige Logik mein Wunsch, jegliche Oberflächlichkeit aus dem Leben zu tilgen und nur noch zu zeichnen.

 

Um besser zu verstehen wie sie arbeitete, habe ich versucht, ihre Bilder nachzuzeichnen. Diese Skizzen entstanden im Käthe Kollwitz Museum in Köln: